Katrin Heinrichs vor ihrem Laptop sitzend

Katrin bei ihrem ADFC Engagement © Privat

Serie Ehrenamt beim ADFC NRW: Katrin Heinrichs fährt einfach los

 

Katrin Heinrichs - fährt einfach los. Die Hagenerin liebt es, Aufgaben wie Öffentlichkeitsarbeit oder Website-Betreuung im ADFC-Homeoffice zu erledigen und sich in Online-Netzwerken mit Gleichgesinnten über Fahrrad-Themen auszutauschen.

 

Seit wann bist Du im ADFC und warum?

Ich bin da ein wenig hineingestolpert. Mein (mittlerweile) Ehemann war schon Mitglied und wir haben ein, zwei Dachgeber-Radtouren zusammen gemacht. Dafür bin ich in den ADFC eingetreten. Danach bin ich dann einfach weiter Mitglied geblieben.

Als ich dann nach Hagen umgezogen bin, war ich überrascht, wie wenig hier Rad gefahren wurde, und habe irgendwann gedacht, ich sollte mal aktiv werden. Seit ein paar Jahren sieht man hier tatsächlich einige Fahrräder mehr, bisher vermutlich wegen der Zunahme von Pedelecs und wegen Corona, aber so langsam tut sich auch bei der Radverkehrsplanung was. Auf jeden Fall könnten wir beim ADFC trotzdem noch viel mehr Aktive gebrauchen. Sich mit den Radverkehrsentwicklungen in Hagen zu beschäftigen, ist sehr zeitintensiv. Aber auch in verschiedenen anderen Gebieten würden wir uns über Unterstützung freuen.

Was genau ist deine Tätigkeit im ADFC?

Das ist gar nicht so einfach zu sagen. Bisher mache ich von fast allem etwas. Meine beiden Hauptthemen, meist im Team mit mindestens einem anderen ADFC-Mitglied, sind vermutlich die Webseite und allgemein Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit sowie die Organisation von „Radverkehr im Gespräch“. Dabei haben wir mit verschiedenen Radverkehrsakteuren der Stadt in den letzten Jahren online-Gesprächstermine vereinbart, teilweise mit Öffentlichkeitsbeteiligung. Da ich eine dreiviertel Fahrradstunde vom Zentrum entfernt wohne, freue ich mich über alles, was sich von zu Hause erledigen lässt.

Seit einem Jahr versuche ich außerdem, mal eine Frauenradtour in Hagen zu organisieren. Ein gemeinsames Kaffeetrinken mit individueller Anreise haben wir immerhin schon geschafft.

Ach ja, und ich habe vor einem Jahr OpenBikeSensor -Bauteile für den ADFC Hagen bestellt über den Radentscheid Essen. Mit Hilfe eines anderen ADFC-Mitglieds und ein wenig externer Hilfe ist das Gerät nun zusammengebaut und wir können hoffentlich bald anfangen, die Überholabstände in Hagen mal gründlich zu dokumentieren.

Beim ADFC Fahrradklima-Test hast Du unseren Landesverband unterstützt indem Du die viele Zahlen anschaulich in leicht verstehbare Karten umgesetzt hast. Das war eine tolle Unterstützung, weil Du dich genau mit deinem Talent eingebracht hast und vielen Menschen damit nicht nur uns in NRW, sondern auch den anderen ADFC-Landesverbänden und dem Bundesverband weitergeholfen hast. Was würdest Du anderen Menschen empfehlen, die sich beim ADFC einbringen wollen?

Das ist eine schwierige Frage – oder eine einfache?

Wer keine eigene Idee hat, kann sich einfach vor Ort beim ADFC melden, da gibt es wahrscheinlich immer weniger Leute als Möglichkeiten/Bedarf etwas zu tun. Und wer eine Idee hat, kann sich sicherlich auch melden und seine Vorschläge einbringen. Ich denke, in den allermeisten Fällen wird niemand was gegen neue Ideen haben, wenn man sie auch selber umsetzt. Manchmal findet man sogar noch andere Leute, die auch Lust dazu haben. Ideen, die mehr Zeit beanspruchen als man selber hat, muss man allerdings manchmal ein wenig aufschieben. Das passiert mir auch immer wieder :-)

Dein Fahrrad-Tipp

Einfach losfahren ;-)

 

Was war deine schönste Fahrrad-Tour?

Oje, nur eine? Das geht nicht. Am spannendsten fand ich eine ziemlich spontane Familien-Radtour durch Litauen (Vilnius bis Klaipeda). Wir hatten vorher wenig Vorbereitungszeit und nicht viel Ahnung vom Land.

Generell finde ich es toll, dass man bei Radtouren leicht mit Menschen ins Gespräch kommt und immer wieder feststellt, dass sich alle Probleme irgendwie lösen und später als Abenteuer deklarieren lassen.

Was muss nach deiner Meinung passieren, damit NRW Fahrradland Nr. 1 wird?

Eigentlich hätte ich gerne überall gute Radverkehrsverhältnisse, nicht nur in NRW. Prinzipiell haben wir hier ja den Vorteil, dass wir nur über die Grenze in die Niederlande schauen müssen für einige gute Ideen. Wobei ich auch finde, dass man an vielen anderen Orten gute Ideen abgucken könnte.

Teilweise verhindert sicherlich die Bundespolitik/-gesetzgebung noch einiges, z.B. mehr Tempo 30 innerorts, was ich schon eine sehr hilfreiche und einfach umzusetzende Maßnahme fände. Was nicht heißen soll, dass man nicht auch so schon mit anderen Maßnahmen anfangen kann.

Was konkret den Radverkehr vor Ort am besten voranbringt, dass können die Menschen und Verkehrsplanungsabteilungen vor Ort besser beurteilen als ich. Auf jeden Fall wäre ein größeres Verständnis dafür, dass nach jahrzehntelangem Schwerpunkt auf Autoverkehrsförderung nun auch mal Flächen für Radverkehr umgewidmet werden (müssen), hier hilfreich. Wie man das hinbekommt, habe ich noch nicht so recht herausgefunden. Fahrräder scheinen häufig als Hindernis und nicht als Verkehr gesehen zu werden. Verstehe ich gar nicht. Mir stehen immer nur Autos im Weg.

Pauschal würde ich sagen, gute Radverkehrsverhältnisse hat man dann, wenn sowohl Kinder als auch Rentner*innen, die nach Jahrzehnten wieder mit dem Radfahren anfangen, alle ihre Wege gefahrlos und angstfrei mit dem Rad zurücklegen können. Mir persönlich wäre auch noch eine wesentlich verbesserte Radmitnahme in der Bahn und teilweise auch in Bussen wichtig.

Warum machst Du im ADFC-Frauennetzwerk in NRW mit?

Bisher mache ich zugegebenermaßen leider nur gelegentlich mit. Es gibt so viele ADFC-Themen in Hagen, dass ich für das Frauennetzwerk nicht immer Zeit finde. Allgemein finde ich es interessant, mal über den lokalen Tellerrand zu schauen – und dadurch, dass vieles mittlerweile online stattfindet, ist das etwas einfacher geworden. Außerdem ist eine reine Frauenrunde mal eine schöne Abwechslung, auch wenn die fast ausschließlich männlichen Aktiven in Hagen auch sehr nette Menschen sind und fast alle schon Jahrzehnte länger dabei als ich.

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https://nrw.adfc.de/artikel/serie-ehrenamt-beim-adfc-nrw-katrin-heinrichs

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC NRW?

    Der Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V. des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ist die Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in NRW. Wir werben in Politik und Öffentlichkeit für ein eiheitliches Radverkehrssystem mit hohen Qualitätsstandards für Alltags- sowie Freizeitfahrerinnen und -fahrer.

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  • Wie viele Mitglieder hat der ADFC NRW?

    Der ADFC NRW ist mit mehr als 50.000 Mitgliedern der stärkste Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. 
    Wir sind Servicepartner in allen Fragen rund ums Rad und die starke Stimme für mehr Fahrradmobilität.

  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluss auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auch auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte noch weitere Vorteile: Sie können - egal, wo Sie in Deutschland mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind - auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem Radwelt-Magazin Informationen rund um alles, was Sie politisch, technisch und im Alltag an Fahrradthemen bewegt. Wir bieten  außerdem unseren Mitgliedern Sonderkonditionen bei Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern. Wie wäre es mit einer Mitgliedschaft?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die ein schnelles Anhalten ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

  • Worauf sollten Radfahrende besonders achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen. Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Wer von einem E-Bike spricht, meint in der Regel ein Pedelec. Denn ein richtiges E-Bike ist in Wirklichkeit eine Art Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Diese Art der Fortbewegungsmittel spielt am Markt aber keine große Rolle. Ein Pedelec unterstützt Radfahrende hingegen nur, wenn diese gleichzeitig ihre Muskelkraft einsetzen. Neben dem Pedelec gibt es noch das S-Pedelec, das für Speed steht und mit bis zu 45 km/h unterstützt. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig.

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