
Mädchen auf Rädern schauen zwischen geparkten Autos hervor. Frei Sichtachsen würden zu mehr Verkehrssicherheit beitragen. © ADFC_Deckbar
Falschparken: Die unterschätzte Gefahr im Radverkehr
Und plötzlich endet der Radweg. Ein Lieferwagen steht auf dem Schutzstreifen, ein Auto blockiert die Sicht an der Kreuzung oder SUVs parken halb auf dem Gehweg. Für viele Menschen gehört das inzwischen zum Alltag.
Europäische Mobilitätswoche 2026:
Die Gefahren durch Falschparken gemeinsam mit dem ADFC addressieren
Der ADFC vor Ort leistet im Rahmend der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. – 22. September 2026 gerne Unterstützung mit Fachwissen, Aktionsideen und direktem Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern. Der ADFC vor Ort freut sich auf eine Kontaktaufnahme durch die Kommune. Fragen zur richtigen Ansprechperson können gerne auch direkt an den ADFC NRW gerichtet werde (siehe Kontakt zum Artikel, blauer Kasten).
Gerade im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche bietet das Thema “Falschparken” eine gute Gelegenheit, Verkehrssicherheit sichtbar zu machen und gemeinsam vor Ort Lösungen zu entwickeln.
Falsch geparkte Autos betreffen viele Menschen im Alltag. Mit unterschiedlichen Aktionen lässt sich die Bedeutung für die Verkehrssicherheit vor Ort gut verdeutlichen:
- Informationsstände in Innenstädten
- Aktionen rund um den Parking Day am 18. September 2026
- Kontrollschwerpunkte an Schulen oder hochfrequentieren Wegen mit direkter Ansprache der Falschparkenden
- Sensibilisierung in Verwaltung und Politik und gemeinsame Fahrradtouren zu „Falschpark-Hotspots“
- Öffentlichkeitsarbeit zu sicherer Infrastruktur und infrastruktureller Maßnahmen, die Falschparken nachhaltig verhindern
Wenn Radwege durch Falschparken zur Gefahrenzone werden
Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kennt die Situation: Ein Radweg ist durch ein abgestelltes Fahrzeug blockiert und Radfahrer:innen und Radfahrer müssen auf die Fahrbahn ausweichen. Besonders auf stark befahrenen Straßen entstehen dadurch gefährliche Konflikte mit dem Autoverkehr.
Hinzu kommen schlechte Sichtverhältnisse. Zugeparkte Kreuzungen und Einmündungen verhindern, dass sich Verkehrsteilnehmende rechtzeitig sehen können. Gerade Kinder auf dem Schulweg sind dadurch gefährdet. Die Unfallforschung der Versicherer weist darauf hin, dass parkende Fahrzeuge häufig Sichtachsen versperren und dadurch die Sicherheit von Fuß- und Radverkehr deutlich verschlechtern.
Besonders betroffen durch Falschparken: Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen
Falschparken trifft nicht alle Menschen gleichermaßen. Für Kinder bedeuten blockierte Gehwege und Kreuzungen unsichere Schulwege. Sie können parkende Fahrzeuge oft nicht überblicken und werden selbst schlechter gesehen.
Ältere Menschen, Menschen mit Rollator oder Rollstuhl sowie Eltern mit Kinderwagen können häufig nicht einfach ausweichen. Werden Gehwege zugeparkt, bleibt oft nur der Weg auf die Fahrbahn. Damit wird Falschparken auch zu einem Problem der Barrierefreiheit.
Was für den oder die Autofahrende oft nur „kurzes Halten“ ist, kann für andere Menschen ein echtes Hindernis oder sogar eine Gefahr darstellen.
Falschparken ist kein Kavaliersdelikt
Ob auf Schutzstreifen, Radwegen, Gehwegen oder in Kreuzungsbereichen: Die Regeln sind eindeutig. Dennoch wird Falschparken vielerorts zu wenig kontrolliert. Der ADFC fordert deshalb seit Jahren ein konsequenteres Vorgehen gegen gefährdendes Parken. Ein Erlass zum konsequenten Vorgehen gegen Falschparken in NRW könnte zum besseren Schutz von insbesondere des Fuß- und Radverkehrs beitragen.
Kommunen sollen konsequenter gegen Fahrzeuge vorgehen, die Rettungswege, Gehwege oder Radverkehrsanlagen blockieren. Dabei geht es ausdrücklich nicht um „Abzocke“, sondern um Verkehrssicherheit!
Öffentlicher Raum ist begrenzt
Wie viel Platz parkende Autos im öffentlichen Raum einnehmen, macht jedes Jahr der internationale Parking Day sichtbar. Für einen Tag werden Parkplätze umgenutzt – etwa als Sitzfläche, Grünfläche oder Fahrradabstellanlage.
Der Aktionstag zeigt: Straßenraum kann auch anders genutzt werden. Gerade in Städten fehlt oft Platz für sichere Radwege, breite Gehwege oder sichere Schulwege. Gleichzeitig werden große Flächen dauerhaft für parkende Autos reserviert.
Eine gerechte Verteilung des öffentlichen Raums bedeutet deshalb auch, die Bedürfnisse der Menschen stärker zu berücksichtigen, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Mobilitätshilfen unterwegs sind.
Sichere Wege brauchen freie Wege
Falschparken zwingt Menschen zum Ausweichen, versperrt Sichtbeziehungen, behindert Barrierefreiheit und gefährdet insbesondere Kinder, ältere Menschen und Radfahrende.
Wer sichere Schulwege, attraktive Radverkehrsnetze und barrierefreie Städte möchte, muss konsequent gegen Falschparken vorgehen. Denn sichere Mobilität beginnt mit freien Wegen.
Informationen zum ADFC vor Ort
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