Entwicklung der Unfallzahlen in NRW - ADFC Nordrhein-Westfalen

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Nordrhein-Westfalen e. V.

Fahrrad und Auto

Ein sicherer Überholabstand (mindestens 1,5 Meter innerorts, 2 Meter außerorts) rettet Leben. Kann ein sicherer Abstand nicht eingehalten werden, dürfen Autofahrende Radfahrende nicht überholen. © ADFC NRW

Entwicklung der Unfallzahlen in NRW

Nordrhein-Westfalen konnte über mehrere Jahrzehnte hinweg Erfolge in der Verkehrssicherheit erzielen. Aber der Blick auf die Unfallzahlen beim Radverkehr ist besorgniserregend. Wir geben einen Überblick zu den aktuellen Entwicklungen.

Die folgenden Zahlen und Grafiken sind in vier Schnitte Aschnitte angeordnet. Der erste Abschnitt zeigt die allgemeine Entwicklung der Unfallzahlen ausgewählter Verkehrsmittel. Der zweite Abschnitt geht genauer auf die Unfallbeteiligten ein. Im dritten Abschnitt werden die Unfallzahlen mit dem Alter der Verunglückten in Zusammenhang gebracht. Der vierte und letzte Abschnitt zeigt die Unfallzahlen im Jahresverlauf. 

Unfallstatistik NRW: Vergleich Verkehrsmittel

In der Vergangenheit konnten in NRW bei der Verkehrssicherheit Erfolge erzielt werden. So ist trotz mehr zugelassener Pkw und mehr Autoverkehr die Zahl verunglückter Pkw-Insassen gesunken. Die Zahl der verunfallten Radfahrenden ist in den vergangenen Jahren allerdings gestiegen. Statistisch gesehen wurden im Jahr 2025 zwei Radfahrende in NRW im Straßenverkehr wöchentlich getötet. Der dramatische Anstieg der Unfallzahlen von Radfahrenden ist äußerst besorgniserregend und signalisiert akuten Handlungsbedarf, damit eine Entkoppelung der Unfallentwicklung vom Verkehrsaufkommen auch beim Radverkehr gelingt.

 

Unfallstatistik NRW: Unfall-Verursacher:in

Sichere Radwege sind der Schlüssel zur Unfallprävention: Drei von vier Kollisionen im Radverkehr sind auf Kollisionen mit (meist) Pkw zurückzuführen. Etwa jede vierte Unfall ist ein Alleinunfall. Beide Unfalltypen verdeutlichen den dringenden Bedarf an einer fehlerverzeihenden und sicher gestalteten Infrastruktur, um sowohl fatale Kollisionen als auch gefährliche Stürze ohne Fremdeinwirkung zu verhindern.

Damit Unfälle gar nicht erst passieren, unabhängig ob Alleinunfall oder mit Beteiligung anderer, hat der ADFC NRW  zehn Forderungen für mehr Radverkehrssicherheit formuliert.
Die Unfallforschung der Versicherer empfiehlt verscheidene Maßnahmen, um Alleinunfälle von Radfahrenden zu reduzierenn:

  • Infrastruktur: Klare Führung des Radverkehrs, Nullabsenkungen an Bordsteinen, ausreichend Abstand zu Straßenbahnschienen und rechtwinkliges Queren derselben.
  • Wartung und Instandhaltung: Regelmäßige Reinigung (besonders im Herbst), Beseitigung von Schäden und Winterdienst.
  • Aufklärung: Öffentlichkeitsarbeit über sicheres Fahren, vor allem für Fahranfänger.
  • Unfallerfassung: Krankenhäuser sollten schwere Alleinunfälle dokumentieren und an Behörden melden, um Unfallschwerpunkte besser zu erkennen.

 

Unfallstatistik NRW: Alter der Verunglückten und Getöteten

Ein genauerer Blick auf die Fahrradunfälle (Fahrrad und Pedelec) in NRW 2025 nach Altersgruppen zeigt:

  • Bei den Getöteten (106 gesamt) dominieren mit Abstand die Senioren (>65 Jahre) – über 60 % – gefolgt von Erwachsenen (25–64 Jahre).
  • Bei den Verunglückten (21.297 gesamt) sind Erwachsene (25–64 Jahre) die größte Gruppe (~55 %), Senioren machen etwa 20 % aus, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen mit ca. 25 % ein Viertel der Verunglückten aus. 

Die Zahlen zeigen auf den ersten Blick, dass Senioren im Verhältnis zur Anzahl der Radunfälle insgesamt überproportional häufig bei Radunfällen getötet werden. Ein genauerer Blick auf die Zahl der Verunglückten Radfahrenden (zweite Grafik) zeigt, dass zwischen dem Ende Kindergartenzeit und dem Wechsel auf eine weiterführende Schule (Alter 5-12 Jahre) sehr viele Kinder im Straßenverkehr verunglücken. Daher fordert der ADFC NRW auch dringend Maßnahmen für sichere und fehlerverzeihende Schulwege.  

 

Unfallstatistik NRW: Verlauf Jahreszeiten/ Monate

Die Unfallzahlen folgen einem klaren saisonalen Muster: Sie steigen ab März deutlich an, erreichen ihren Höhepunkt im Sommer (Juni–September) und fallen danach wieder ab. Das gilt sowohl für Getötete als auch für Verunglückte. Dies spiegelt die höhere Fahrradnutzung in der warmen Jahreszeit wider.

Die zweite Grafik zeigt die Sonnenscheindauer je Kalenderjahr (2021 - 2025) und die Anzahl der Schwerverletzten und Getöteten Radfahrenden. Eine Hypothese könnte sein, dass in Jahren mit vielen Sonnenstunden auch mehr Rad gefahren wird und damit auch mehr Menschen verunglücken. 

https://nrw.adfc.de/artikel/unfallzahlen-2025

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