
Dort wo viel Radverkehr unterwegs ist, können Fahrradstraßen eingerichtet werden. Klare Regeln, "Anlieger frei" und Tempo 30 laden zum Radfahren ein. © ADFC NRW
Dossier: Sichere Infrastruktur
In diesem Dossier führen wir die technischen Möglichkeiten und die rechtlichen Rahmenbedingungen zur sicheren Gestaltung von Radinfrastruktur in NRW zusammen. Wir zeigen auf, wie wir von der punktuellen Maßnahme zum systemischen Netzumbau gelangen.
Mobilität neu denken: Sichere Radwege für die Vision Zero
Eine moderne Radverkehrsinfrastruktur ist weit mehr als nur ein markierter Schutzstreifen auf dem Asphalt. Sie ist Bestandteil einer lebenswerten Stadt und die Voraussetzung dafür, dass Menschen jeden Alters die Freiheit haben, sich sicher und unabhängig zu bewegen. Unser Dossier zeigt: Die Vision einer Vision Zero, also keiner Toten oder Schwerverletzten, ist kein ferner Traum, sondern planbar und in der Realität umsetzbar.

Der Radverkehr ist wie im Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz NRW gefordert, in die Mitte der Verkehrsplanung zu rücken. Dabei stechen vier Kernbereiche hervor:
- Sichere Wege und Durchgehende Netze: Ein Radweg ist nur so gut wie sein schwächstes Stück. Wir brauchen lückenlose Verbindungen, die intuitiv führen, Umwege vermeiden und nicht an Kreuzungen enden.
- Sichere Kreuzungen: Wo Verkehrsströme aufeinandertreffen, passieren leider besonders viele Unfälle. Getrennte Ampelphasen, weniger Abbiegebeziehungen und sichere Kreuzungsdesigns sind hier der Schlüssel zu mehr Verkehrssicherheit.
- Sicherheit für alle Generationen: Infrastruktur muss gleichermaßen für Kinder, Pendler:innen und ältere Menschen sicher befahrbar sein. Das bedeutet, dass sich sowohl das achtjährige Kind auf dem Schulweg als auch der achtzigjährige Senior auf dem Weg zum Einkauf angstfrei bewegen können.
- Fehlerverzeihende Infrastruktur: Menschen machen Fehler. Eine intelligente Planung minimiert die Folgen dieser Fehler durch ausreichende Breiten, Sicherheitsabstände und hindernisfreie Seitenräume.
Keine Ausreden mehr: Die Lösungen sind in NRW vorhanden
Oft wird gesagt, die Umsetzung scheitere an vermeintlichen rechtlichen Hürde oder fehlenden Konzepten. Doch die Wahrheit ist: Die Lösungen liegen längst auf dem Tisch. Ob geschützte Radfahrstreifen (Protected Bike Lanes), Fahrradzonen oder moderne Knotenpunktgestaltungen – die aktuellen deutschen Regelwerke (wie die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA)) und die reformierten Straßenverkehrsgesetze (StVG, StVO und VwV zur StVO) bieten bereits heute den notwendigen Spielraum. Es bedarf keiner weiteren Pilotprojekte, um zu wissen, was funktioniert. Es braucht den Willen in Politik und Verwaltung, diese Standards anzuwenden.
Warum dieses Dossier?
In diesem Dossier führen wir die technischen Möglichkeiten und die rechtlichen Rahmenbedingungen zur sicheren Gestaltung von Radinfrastruktur in NRW zusammen. Wir zeigen auf, wie wir von der punktuellen Maßnahme zum systemischen Netzumbau gelangen. Für ein Nordrhein-Westfalen und Städte, in denen Sicherheit beim Radfahren nicht das Privileg der Mutigen ist, sondern Standard für alle Menschen.




