ADFC NRW: Schutzstreifen außerorts sind keine sichere Infrastruktur - ADFC Nordrhein-Westfalen

ADFC NRW: Schutzstreifen außerorts sind keine sichere Infrastruktur

Die nach einem neuen Erlass des Landes NRW (Januar 2024) nun auch außerhalb geschlossener Ortschaften erlaubten Schutzstreifen gefährden die Sicherheit der Radfahrenden und verhindern den Ausbau echter, sicherer Radinfrastruktur.

Schutzstreifen auf Landstraßen erfüllen nicht die Anforderungen an eine sichere Radverkehrsinfrastruktur.
Wo Radwege außerorts Enden, könnten nach einem neuen Erlass des Landes bald Schutzstreifen auf die Fahrbahn gemalt werden. Schutzstreifen auf Landstraßen erfüllen aber nicht die Anforderungen an eine sichere Radverkehrsinfrastruktur. Klaus Mutterer, ADFC Baden-Baden Bühl Rastatt © Klaus Mutterer, ADFC Baden-Baden Bühl Rastatt

Der Fahrrad-Club ADFC NRW warnt vor den neuen Schutzstreifen außerhalb geschlossener Ortschaften in NRW. Die durch gestrichelte weiße Linien gekennzeichneten Schutzstreifen gefährden laut Fahrrad-Club die Sicherheit der Radfahrenden und könnten den Bau sicherer Radinfrastruktur verhindern.

Schutzstreifen auf Landstraßen erfüllen nicht die Anforderungen an eine sichere Radverkehrsinfrastruktur.

Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr von NRW hält Schutzstreifen außerorts für sinnvoll, um Lücken im Radverkehrsnetz kurzfristig zu schließen und hat die Anordnung in Einzelfällen durch einen im Januar 2024 veröffentlichten Erlass erlaubt.

Der ADFC kritisiert dies vehement, betont, dass Farbe allein keine Infrastruktur ist, und warnt vor engen Überholabständen auf markierten Schutzstreifen. Diese Maßnahme widerspricht auch dem Ziel des Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz NRW. Denn darin strebt das Land einen sicheren Verkehr (Vision Zero, null Todesopfer und Schwerverletzte im Straßenverkehr) und einen Radverkehrsanteil von 25 % an. Doch Schutzstreifen außerorts werden von Radfahrerinnen und Radfahrern weder als attraktive noch als sichere Radverkehrsinfrastruktur empfunden. Untersuchungen zeigen Sicherheitsrisiken, da auf Straßen mit markierten Schutzstreifen oft zu knapp überholt wird. Besonders außerorts, wenn Autofahrende mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind, kann es dann in vielen Fällen sehr gefährlich werden. Unfallstatistiken belegen, dass das Risiko für Radfahrende, im Falle eines Unfalls schwer verletzt oder gar getötet zu werden, außerorts um ein Vielfaches höher liegt als innerorts

Radfahrerinnen und Radfahrer, die wegen fehlender Radwege auf Landstraßen fahren müssen, sind aufgrund der hohen Kfz-Geschwindigkeiten besonders gefährdet.
Die Gefahr gerät durch den tragischen Tod des Fahrrad-Bloggers Andreas Mandalka alias „Natenom“ gerade in die Öffentlichkeit. Der 43-jährige war am vergangenen Dienstagabend (30.01.2024) auf einer Landstraße in Baden-Württemberg von einem 77-jährigen Pkw-Fahrer erfasst und so schwer verletzt worden, dass der Radfahrer noch an der Unfallstelle starb. “Natenom” hatte in seinen Berichten häufig auf zu geringe Überholabstände und andere Gefahren für Radfahrende hingewiesen. Er forderte eine sichere Radverkehrsinfrastruktur und kritisierte wiederholt, dass die Polizei gefährliche Überholabstände meist nicht verfolgt und ahndet.

Andreas Tod macht uns als ADFC NRW tief betroffen – unser aufrichtiges Mitgefühl gilt den Angehörigen.


Einen ausführlichen Artikel zum Einsatz von Schutzstreifen außerorts haben wir in der blauen Medienbox verlinkt.

https://nrw.adfc.de/neuigkeit/schutzstreifen-ausserorts-sind-keine-sichere-infrastruktur

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