7. Nationaler Radverkehrskongress 27. - 28. April 2021 in Hamburg

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NRW-Bilanz nach Nationalem Radverkehrskongress 2021

 

Nr. 09/2021, Düsseldorf, 28.04.2021

 

ADFC NRW spricht von inspirierenden Ideen aus deutschen und internationalen Städten, vermisst aber Aufbruchstimmung bei NRW Landesregierung.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club in Nordrhein-Westfalen hat nach dem Nationalen Radverkehrskongress in Hamburg eine für NRW ernüchternde Bilanz gezogen. Der Landesvorsitzende Axel Fell forderte die Landesregierung auf, die vielen internationalen Konzepte für gelungenen Radverkehr auf Nordrhein-Westfalen zu übertragen: „2.000 Expert*innen haben in den letzten beiden Tagen gesehen, was überall auf der Welt in Sachen Radverkehr schon passiert. Viele inspirierende Idee zeigen, was möglich ist, wenn die Politik klima- und menschenfreundliche Städte will. Dagegen ist der hier bei uns in NRW  vom Verkehrsministerium vorgelegte Entwurf zum Fahrradgesetz geradezu blass und unkonkret. Das hat so gar nichts von der Aufbruchstimmung, die wir beim Nationalen Radverkehrskongress erlebt haben.“

Daher fordert der Fahrrad-Club in NRW eine dringende Nachbesserung des Gesetzentwurfs zum Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz, den die Landesregierung Anfang März vorgelegt hatte. In seiner Stellungnahme dazu hat der Verband dutzende Verbesserungsvorschläge gemacht. Die Vorlage des Landes nennt er nicht ambitioniert genug und rechtlich zu unverbindlich, um bis 2025 wie von der Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ verlangt, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr von jetzt unter zehn Prozent auf 25 Prozent zu steigern.

Annette Quaedvlieg, die zusammen mit Axel Fell als Doppelspitze den ADFC- Landesverband in Nordrhein-Westfalen führt, sagte: „Es fehlt in NRW der Mut zur Umverteilung der Flächen, der von den Autos blockiert wird. Gerade dieser Aspekt und die Infrastruktur waren die zentralen Themen beim nationalen Radverkehrskongress. Doch hier bei uns in NRW scheitert das Land schon am ersten Radschnellweg RS1. Dabei haben kreative Projekte aus NRW gleich drei Deutsche Fahrradpreise abgeräumt. Wir müssen diese Aufbruchstimmung nutzen und jetzt von den großen Ideen dieses Kongresses lernen.“

Bei dem zweitägigen Fachkongress hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den Nationalen Radverkehrsplan 3.0 vorgestellt. Danach soll sich Deutschland bis 2030 zu einem „Fahrradland“ entwickeln. Dazu stehen zunächst bis 2023 Fördermittel in Höhe von knapp 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung. 

Über den ADFC NRW
Der ADFC NRW e.V. ist mit mehr als 50.000 Mitgliedern der größte Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. In rund 40 Kreisverbänden und 100 Ortsgruppen sind wir vor Ort aktiv. Wir setzen uns für eine umweltfreundliche Verkehrspolitik ein, fahren gemeinsam Touren und beraten in allen Fragen rund um das Fahrrad. Als Landesverband werben wir in Politik, Ministerien und Verbänden für eine Verkehrspolitik, die die Potentiale des Fahrrads ausschöpft. Dabei steht die Entwicklung einer umfassenden Radverkehrsinfrastruktur im Mittelpunkt: ein einheitliches Radverkehrssystem für Alltags-, Freizeit- und Urlaubsradfahrer*innen mit hohen Qualitätsstandards und guten Serviceeinrichtungen.

 


https://nrw.adfc.de/pressemitteilung/nrw-bilanz-nach-nationalem-radverkehrskongress-2021

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC NRW?

    Der Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V. des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ist die Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in NRW. Wir werben in Politik und Öffentlichkeit für ein eiheitliches Radverkehrssystem mit hohen Qualitätsstandards für Alltags- sowie Freizeitfahrerinnen und -fahrer.

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  • Wie viele Mitglieder hat der ADFC NRW?

    Der ADFC NRW ist mit mehr als 50.000 Mitgliedern der stärkste Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. 
    Wir sind Servicepartner in allen Fragen rund ums Rad und die starke Stimme für mehr Fahrradmobilität.

  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluss auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte noch weitere Vorteile: Sie können - egal, wo Sie in Deutschland mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Informationen rund um alles, was Sie politisch, technisch und im Alltag an Fahrradthemen bewegt. Wir bieten  außerdem unseren Mitgliedern Sonderkonditionen bei Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern. Wie wäre es mit einer Mitgliedschaft?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die ein schnelles Anhalten ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

  • Worauf sollten Radfahrende besonders achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen. Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Wer von einem "E-Bike" spricht, meint in der Regel ein Pedelec. Denn ein richtiges "E-Bike" ist in Wirklichkeit eine Art Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Diese Art der Fortbewegungsmittel spielt am Markt aber keine große Rolle. Ein Pedelec unterstützt Radfahrende hingegen nur, wenn diese gleichzeitig ihre Muskelkraft einsetzen. Neben dem Pedelec gibt es noch das S-Pedelec, das für Speed steht und mit bis zu 45 km/h unterstützt. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig.

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