Mach dein Fahrrad frühlingsfit! - ADFC Nordrhein-Westfalen
Fahrradmonteur prüft Fahrrad

Fahrradwerkstatt © ADFC NRW / Ludger Vortmann

Mach dein Fahrrad frühlingsfit!

Pressemitteilung

 

Düsseldorf, 06.April 2023

 

Nr.12/2023


Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad ganzjährig und wissen, dass es ständig gewartet werden muss. Wer aber erst jetzt sein Fahrrad aus dem Keller holt, sollte es umgehend fit für den Frühling machen. Da manche Fahrradläden lange Wartelisten haben, rät der ADFC, sicherheitshalber bei mehreren Werkstätten nachzufragen. Wer sein Rad in Eigenregie fitmachen will, kann auch auf die Hilfe des Fahrrad-Clubs ADFC vertrauen. Denn viele der 37 Kreisverbände und rund 100 Ortsgruppen bieten Reparaturkurse, Repair- und Selbstlern-Cafe´s an. Termine in der Nähe sind über das Touren- und Veranstaltungsportal des ADFC zu finden. Darunter auch Kurse, die sich exklusiv an Jugendliche oder Frauen richten.  

Wer sich den Frühjahrs-Check selbst zutraut, kann nach der folgenden ADFC-Prüfliste vorgehen:

Schnell-Check: Frühlingsfittes Fahrrad

1.     Fahrrad putzen

2.     Fahrradkette reinigen und schmieren

3.     Fahrradreifen aufpumpen

4.     Kabel und Reifen auf Korrosion prüfen

5.     Fahrradbremsen checken

6.     Alle Verschraubungen auf guten Halt prüfen

7.     Reflektoren und Beleuchtung funktionstüchtig

8.     Probefahrt machen

Fahrradreinigung: Erst Rad, dann Kette

Unter dem Staub und Schmutz der vergangenen Fahrradsaison sind manchmal Schäden verborgen. Daher steht als erstes das Fahrradputzen an. Dabei kommen Wasser, Spülmittel und Lappen oder mit einem speziellen Fahrradreiniger aus der Sprühdose zum Einsatz. Hochdruckreiniger an der Tankstelle sind zwar praktisch, können aber die Radlager beschädigen. Eine alte Zahnbürste reinigt kniffligere Stellen. Insbesondere sollten auch die beweglichen Teile wie Federgabel, Laufräder, Seitenständer und Innenlager gesäubert werden. Nach der Reinigung wird das Fahrrad mit einem weichen Tuch gut abgetrocknet.

Wer sich die Finger nicht schmutzig machen möchte, zieht zur Reinigung der Fahrradkette Gummihandschuhe an. Dafür Kettenreinigungsmittel aufsprühen, einwirken lassen und die Kette mehrere Runden durch einen alten Putzlappen ziehen bis sie vom gröbsten Schmutz befreit ist. Danach Kettenfett an der Innenseite der Kette auf jede einzelne Lasche tröpfeln. Dabei ist es wichtig, dass kein Öl auf Felgen und Bremsbelege gelangt. Ausgeleierte Ketten können reißen und zu Schäden an der Zahnradkassette führen, die für das Schaltverhalten wichtig ist. Daher mit einem Kettenprüfer checken, ob die Kettenglieder verzogen sind.

Reifen: Luftdruck und Abstand zu Bremsen prüfen

Sobald das Rad sauber ist, sollten zunächst alle Schalt- und Bremskabel nach Rissen und Korrosion abgesucht werden, danach die Felgen. Meist ist auch zu wenig Luft in den Reifen. Wie viel Bar auf den Reifen gehört, lässt sich seitlich auf der Flanke des Radmantels ablesen. Bei Alltagsrädern sind es in der Regel zwischen 3,5 und 4,5 Bar. Laufen die Reifen rund oder eiern sie? Dies kann man gut an den Bremsen erkennen. Ist der Abstand zwischen Bremsen und Reifen immer gleich, ist alles in Ordnung. Wenn eine größere Acht den runden Lauf stört, muss in der Regel die Fachwerkstatt ran, denn die hat Spezialwerkzeug. Grundsätzlich gilt:

Bremszüge und Bremsklötze kontrollieren

Nun die wichtigste Frage: Funktionieren die Bremsen? Wenn sich der Griff der Bremse mühelos bis zum Lenker durchdrücken lässt, ist das Spiel zu groß. Optimieren lässt sich das mit Rändelschrauben am Bremsgriff und am Bremskörper. Eventuell muss auch der Bremszug angezogen werden. Die Bremsklötze zu überprüfen, ist überlebenswichtig. Sind beispielsweise die Querrillen auf der Innenseite der Bremsklötze nicht mehr zu erkennen, gehören sie gewechselt. Tipp: Mit einer Nagelfeile oder grobem Schmirgelpapier lassen sich Bremsklötze nach der Winterpause einfach von Bremsstaub befreien. Für die Reinigung und Wartung von Scheibenbremsen finden sich auch im Internet, z.B. auf YouTube, hilfreiche Videos mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Beleuchtung muss intakt sein

Fahrräder müssen im Verkehr ihren Dienst zuverlässig verrichten und der Straßenverkehrsordnung entsprechen. Erforderlich sind funktionstüchtiges Vorder- und Rücklicht. Reflektoren müssen vorn und hinten am Rad angebracht sein sowie an den Pedalen, damit sie durch die Beinbewegung sowohl von vorn als auch von hinten erkennbar sind. Vorgeschrieben sind auch durchgehende Reflexstreifen an jedem Laufrad oder alternativ zwei Speichenreflektoren.

Zum guten Schluss: Probefahrt

Vor der ersten Frühlingsfahrt müssen alle Schrauben fest angezogen sein. Dabei stellt man vor allem auch bei Kindern und Jugendlichen fest, ob die Höhe von Lenker und Sattel noch stimmen.

Lokale Händler durch Gutscheine unterstützen

Wer in diesen Tag ein Fahrrad kaufen möchte, sollte sich bei den Radhändlern am Ort erkundigen. Wegen der hohen Nachfrage sollte man sich auch Gedanken über ein alternatives Modell machen und auch ein gutes Gebrauchtes in Erwägung ziehen.

Termine zu Radtouren, Technik-Vorträgen oder Selbstlern-Werkstätten des ADFC unter https://touren-termine.adfc.de

Über den ADFC NRW
Der ADFC NRW e.V. ist mit mehr als 56.000 Mitgliedern der größte Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. In 37 Kreisverbänden und rund 100 Ortsgruppen sind wir vor Ort aktiv. Wir setzen uns für eine umweltfreundliche Verkehrspolitik ein, fahren gemeinsam Touren und beraten in allen Fragen rund um das Fahrrad. Als Landesverband werben wir in Politik, Ministerien und Verbänden für eine Verkehrspolitik, die die Potentiale des Fahrrades ausschöpft. Dabei steht die Entwicklung einer umfassenden Radverkehrsinfrastruktur im Mittelpunkt: ein einheitliches Radverkehrssystem für Alltags-, Freizeit- und Urlaubsradfahrer*innen mit hohen Qualitätsstandards und guten Serviceeinrichtungen.

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Ludger Vortmann
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