Frühlings-Fahrrad-Check - eine Prüfliste

 

Nr. 08/2020, Düsseldorf, 02.04.2020

 

Auch wegen der Corona-Pandemie holen momentan viele Menschen ihr Rad aus dem Keller. Notwendige Wegelassen sich damit bei geringerem Ansteckungsrisiko schnell und einfach zurücklegen. Zudem stärkt die Bewegung an der frischen Luft das Immunsystem und schützt vor Herz-Kreislauferkrankungen. Wer das Fahrrad seit längerer Zeit das erste Mal bewegt, sollte es zuvor einem ausführlichen Rundum-Check unterziehen. Aber auch für Menschen, die das ganze Jahr mit dem Rad unterwegs sind, empfiehlt es sich, mindestens einmal jährlich das Fahrrad gründlich zu warten und gegebenenfalls zu reparieren.


Das öffentliche Leben ist zurzeit stark eingeschränkt und auch der Fahrradverkauf ist in Nordrhein-Westfalen momentan untersagt. Reparaturservices sind jedoch weiterhin erlaubt und viele Fahrradwerkstätten haben geöffnet. Wer sein Fahrrad von einem Fachmann überprüfen lassen möchte, sollte allerdings zuvor bei der entsprechenden Fahrradwerkstatt einen Termin vereinbaren und sich informieren, ob Sonderregeln gelten. Handwerklich Begabte können selbst Hand anlegen – hier unsere Prüfliste:

Schnell-Check: Frühlingsfittes Fahrrad
1.     Fahrrad putzen
2.     Fahrradkette reinigen und schmieren
3.     Fahrradreifen aufpumpen
4.     Kabel und Reifen auf Korrosion prüfen
5.     Fahrradbremsen checken
6.     Alle Verschraubungen auf guten Halt prüfen
7.     Reflektoren und Beleuchtung funktionstüchtig
8.     Probefahrt machen

Fahrradreinigung: Erst Rad, dann Kette
Als erstes steht Fahrradputzen an, damit Schäden nicht durch Staub und Schmutz verdeckt werden. Gesäubert wird am besten mit Wasser, Spülmittel und Lappen oder mit einem speziellen Fahrradreiniger aus der Sprühdose. Hochdruckreiniger an der Tankstelle sind zwar praktisch, können aber die Radlager beschädigen. Eine alte Zahnbürste reinigt kniffligere Stellen. Insbesondere sollten auch die beweglichen Teile wie Federgabel, Laufräder, Seitenständer und Innenlager gesäubert werden. Nach der Reinigung das Fahrrad mit einem Tuch gut abtrocknen.

Wer sich die Finger nicht schmutzig machen möchte, zieht zur Reinigung der Fahrradkette Gummihandschuhe an. Dafür Kettenreinigungsmittel aufsprühen, einwirken lassen und die Kette mehrere Runden durch einen alten Putzlappen ziehen bis sie vom gröbsten Schmutz befreit ist. Danach Kettenfett an der Innenseite der Kette auf jede einzelne Lasche tröpfeln. Dabei sollte man darauf achten, dass kein Öl aus Versehen an die Felgen kommt und darüber auf die Bremsbelege. Ob die Kettenglieder verzogen sind, lässt sich mit einem Kettenprüfer messen – ausgeleierte Ketten können reißen oder langfristig zu Schäden an der Zahnradkassette führen und beeinflussen das Schaltverhalten negativ.

Reifen: Luftdruck und Abstand zu Bremsen prüfen
Sobald das Rad sauber ist, sollten zunächst alle Schalt- und Bremskabel nach Rissen und Korrosion abgesucht werden, danach die Felgen. Meist ist auch zu wenig Luft in den Reifen. Wie viel Bar minimal oder maximal auf den Reifen gehört, steht seitlich auf der Flanke des Radmantels. In der Regel zwischen 3,5 und 4,5 Bar bei Alltagsrädern. Danach prüfen, ob der Reifen rund läuft und nicht eiert. Dies kann man gut an den Bremsen erkennen. Ist der Abstand zwischen Bremsen und Reifen immer gleich, ist alles in Ordnung. Wenn eine größere Acht den runden Lauf stört, muss der Fachmann ran oder Spezialwerkzeug und Reparatur-Know-how in einer der Selbsthilfewerkstätten des ADFC oder einem Repair Café dazu geholt werden. Grundsätzlich gilt: Vor der ersten Frühlingsfahrt prüfen, ob alle Schrauben fest angezogen sind.

Bremszüge und Bremsklötze kontrollieren
Nun die wichtigste Frage: Funktionieren die Bremsen? Wenn sich der Griff der Bremse mühelos bis zum Lenker durchdrücken lässt, ist das Spiel zu groß. Optimieren lässt sich das mit Rändelschrauben am Bremsgriff und am Bremskörper. Eventuell muss auch der Bremszug angezogen werden. Die Bremsklötze zu überprüfen ist zudem überlebenswichtig. Sind beispielsweise die Querrillen auf der Innenseite der Bremsklötze nicht mehr zu erkennen, gehören sie gewechselt. Tipp: Mit einer Nagelfeile oder grobem Schmirgelpapier lassen sich Bremsklötze nach der Winterpause einfach von Bremsstaub befreien. Für die Reinigung und Wartung von Scheibenbremsen finden sich auch im Internet, z.B. auf YouTube, hilfreiche Videos mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Beleuchtung muss intakt sein
Fahrräder sind hochtechnische Produkte, die im Verkehr ihren Dienst zuverlässig verrichten und der Straßenverkehrsordnung entsprechen müssen. Dies bedeutet: Vorder- und Rücklicht sind funktionstüchtig und Reflektoren vorn und hinten vorhanden, die Pedale verfügen über nach vorn und hinten wirkende Reflektoren, die Reifen haben durchgehende Reflexstreifen oder jedes Laufrad alternativ zwei Speichenreflektoren. Wenn die Reifen Reflexstreifen haben, dann prüfen, ob diese noch vollständig sind. Die Wartung sollte mit einer Probefahrt abgeschlossen werden. Dafür ist es selbstverständlich notwendig, nochmal Sattel und Lenker auf die richtige Höhe zu überprüfen.

Lokale Händler durch Gutscheine unterstützen
Wer in diesen Tag ein Fahrrad kaufen möchte, kann über das Internet bestellen, da der stationäre Fahrradverkauf in NRW momentan untersagt ist. Im Vorteil sind natürlich solche Fahrradgeschäfte, die zugleich einen Online-Handel betreiben. Dies sind überwiegend Filialisten und größere Geschäfte, während kleinere Betriebe häufig nicht über die organisatorischen Voraussetzungen verfügen, um ein Online-Business im großen Stil zu tätigen. Wer seinen Fahrradhändler um die Ecke dennoch unterstützen möchte, kann sich erkundigen, ob es Gutscheine zu kaufen gibt oder mit dem Kauf eines neuen Rades so lange warten, bis die Beschränkungen demnächst wieder aufgelockert werden.

Über den ADFC NRW
Der ADFC NRW e.V. ist mit mehr als 46.000 Mitgliedern der größte Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. In knapp 40 Kreisverbänden und 100 Ortsgruppen sind wir vor Ort aktiv. Wir setzen uns für eine umweltfreundliche Verkehrspolitik ein, fahren gemeinsam Touren und beraten in allen Fragen rund um das Fahrrad. Als Landesverband werben wir in Politik, Ministerien und Verbänden für eine Verkehrspolitik, die die Potentiale des Fahrrads ausschöpft. Dabei steht die Entwicklung einer umfassenden Radverkehrsinfrastruktur im Mittelpunkt: ein einheitliches Radverkehrssystem für Alltags-, Freizeit- und Urlaubsradfahrer*innen mit hohen Qualitätsstandards und guten Serviceeinrichtungen.

 


https://nrw.adfc.de/pressemitteilung/fruehlings-fahrrad-check-eine-pruefliste

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC NRW?

    Der Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V. des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ist die Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in NRW. Wir werben in Politik und Öffentlichkeit für ein eiheitliches Radverkehrssystem mit hohen Qualitätsstandards für Alltags- sowie Freizeitfahrerinnen und -fahrer.

    weiterlesen

  • Wie viele Mitglieder hat der ADFC NRW?

    Der ADFC NRW ist mit mehr als 50.000 Mitgliedern der stärkste Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. 
    Wir sind Servicepartner in allen Fragen rund ums Rad und die starke Stimme für mehr Fahrradmobilität.

  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluss auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte noch weitere Vorteile: Sie können - egal, wo Sie in Deutschland mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Informationen rund um alles, was Sie politisch, technisch und im Alltag an Fahrradthemen bewegt. Wir bieten  außerdem unseren Mitgliedern Sonderkonditionen bei Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern. Wie wäre es mit einer Mitgliedschaft?

    weiterlesen

  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die ein schnelles Anhalten ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

  • Worauf sollten Radfahrende besonders achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen. Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Wer von einem "E-Bike" spricht, meint in der Regel ein Pedelec. Denn ein richtiges "E-Bike" ist in Wirklichkeit eine Art Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Diese Art der Fortbewegungsmittel spielt am Markt aber keine große Rolle. Ein Pedelec unterstützt Radfahrende hingegen nur, wenn diese gleichzeitig ihre Muskelkraft einsetzen. Neben dem Pedelec gibt es noch das S-Pedelec, das für Speed steht und mit bis zu 45 km/h unterstützt. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig.

Ich möchte dabei sein!

Bleiben Sie in Kontakt