Fahrrad-Club ADFC NRW holt Radschnellweg-Planungen aus der Versenkung - ADFC Nordrhein-Westfalen

Fahrrad-Club ADFC NRW holt Radschnellweg-Planungen aus der Versenkung

Der ADFC in NRW hat am Wochenende (17.-19.11.2023) mit Demonstrationen und Kundgebungen in Dortmund, Frechen, Köln, Moers, Duisburg und Mülheim von der Landesregierung mehr Tempo beim Bau von Radschnellwegen gefordert.

Hier endet der Radschnellweg Ruhr (RS1) auf Dortmunder Stadtgebiet © ADFC NRW

Hintergrund der Aktion "Zeit gewinnen, sicher fahren!" ist das zehnjährige Jubiläum des Planungswettbewerbs für Radschnellwege. Dabei hatte die damalige Landesregierung am 20. November 2013 fünf Radschnellwegprojekte in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet und deren zügige Umsetzung zugesagt . Doch von den damals 150 Kilometern im Raum Aachen, Köln, Münsterland, Ostwestfalen-Lippe und Düsseldorf sind bis heute erst 1,5 Kilometer Kilometer in Monheim gebaut

Auftaktaktion am Radschnellweg Ruhr (RS1) in Dortmund 

Bereits am Freitag (17.11.2023) lud der ADFC in Dortmund zu einer Kundgebung am Ende des rund einen Kilometer langen Teilstücks. An der Sonnenstraße/Arneckestraße endet der RS1 auf Dortmunder Stadtgebiet.

Video: Kundgebung des ADFC Kreisverbands Dortmund für mehr Tempo beim Bau von Radschnellwegen in NRW

Die Aktiven spannten ein Transparent über die Straße, das eine Schnecke zeigte. Denn sollte für den nächsten Kilometer wieder vier Jahre benötigt werden, würde die Fertigstellung des RS1 in Dortmund voraussichtlich bis 2113 dauern, rechnete der Club vor. Neben mehr Tempo beim Bau fordern die Aktiven Maßnahmen gegen zusätzlichen Autoverkehr auf dem Radschnellweg. Denn auf dem Teilstück des RS1 dürfen Autos fahren und parken und viele nutzten den RS1 als Abkürzung. 

 

Fahrraddemonstration am geplanten RS6 von Frechen nach Köln

Bei der Demonstration auf der geplanten Radschnellwegtrasse des RS6 von Frechen nach Köln zeigte sich Frechens Bürgermeisterin Susanne Stupp ein Jahrzehnt nach dem Planungswettbewerb enttäuscht. Entsprechend begrüßte sie die Radfahrerinnen und Radfahrer mit den Worten „Wie Sie sehen, Sie sehen nichts! Denn der Radschnellweg, der von uns sehr, sehr, sehr erwartet wird, hat noch keinen erkennbaren Fortschritt gemacht.“ Dabei sei der RS6 nach ihren Worten nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Verkehrswende in der Stadt, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor.

Video: Frechens Bürgermeisterin Susanne Stupp fordert den Radschnellweg RS6 Frechen-Köln

Auch der Landrat des Rhein-Erft-Kreises, Frank Rock, forderte mehr Tempo beim Ausbau der Radschnellwege in NRW und insbesondere für den RS6 in seinem Kreis. Er appellierte an die Nachbarstadt Köln, endlich mit den Planungen voranzukommen:

Wichtig ist, dass wir aufstehen. Wir wollen Radschnellwege in die Metropole haben, wir haben genug Verkehr auf den Straßen.“ Rock verspricht sich durch den RS6 eine Alternative und Entlastung für viele Menschen, die bisher mit dem Auto zu ihren Arbeitsplätzen nach Köln pendeln.

Kundgebung des Fahrrad-Clubs in Köln

Bei der Kundgebung in Köln forderte die Landesvorsitzende des ADFC NRW, Rebecca Heinz, NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) auf, von den im Koalitionsvertrag versprochenen 1.000 Kilometern Radwegen 100 Kilometer Radschnellwege bis 2027 zu realisieren. Sie sagte:

Wir wünschen uns bis zum Ende der Legislaturperiode, dass wir endlich mal 100 Kilometer ausgebaute Radschnellwege sehen würden. Das wäre eine Zahl an der sich die Landesregierung messen lassen könnte“

Video: Komplette Rede Rebecca Heinz, Landesvorsitzende des ADFC NRW mit Forderungen an den NRW-Verkehrsminister

Verkehrsminister Krischer will „mehr Drive“ reinbringen
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer, der auf dem Fahrrad die geplante Strecke des RS6 von Frechen nach Köln mitfuhr, räumte ein:

Es ist völlig klar, das muss ein ganz anderes Tempo bringen. Da muss ein ganz anderer Drive rein. Und ich bin optimistisch, dass wir in Kürze an einigen Radschnellwegstrecken auch Baufortschritte haben werden.

Video: Komplette Rede NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer bei Radschnellwege-Demo in Köln am 18.11.2023

Er stehe dafür, dass die vor zehn Jahren begonnenen Planungen nun in die Realität umgesetzt würden. Fortschritte bei den Radschnellwegen hatte der Minister zuvor im WDR-Hörfunk bereits für das kommende Jahr 2024 und die Folgejahre in Aussicht gestellt.

ADFC fordert vier Maßnahmen für einen beschleunigten Radschnellwegeausbau
Der ADFC fordert von der nordrhein-westfälischen Landesregierung vier Maßnahmen, um den Bau von Radschnellwegen zu beschleunigen. Dazu gehört die verbindliche Festlegung von Ausbauzielen und deren zeitliche Umsetzung. Außerdem will der Fahrrad-Club, dass der zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW mehr Personal für die Radverkehrsplanung einsetzt und Radschnellwege nicht nur auf dem Papier Landstraßen gleichgestellt sind. Planungsprozesse müssten beschleunigt und Kommunen finanziell, personell und fachlich durch ein Wissensnetzwerk unterstützt werden.


Der Landesvorsitzende Axel Fell resümierte: „Wir hatten alle da: Den Verkehrsminister, Landtagsabgeordnete, den Landrat des Rhein-Erft-Kreises, die Bürgermeisterin von Frechen und den Mobilitätsdezernenten der Stadt Köln. Und alle wollen, dass der Radschnellweg kommt. So sieht es auch in den anderen NRW-Regionen aus. Es war genau richtig, dass wir den Druck aufgebaut haben und das Projekt nach zehn Jahren aus der Versenkung geholt haben. Jetzt ist es wichtig, dass auch endlich was passiert!“

 

Erkundungstour des ADFC Duisburg zum RS1 zwischen Moers und Mülheim

Der ADFC kritisierte am 19.01. den Stillstand am westlichen Ende des Radschnellweg RS1. Los ging die Erkundungstour, geleitet von Herbert Fürmann, Vorstandssprecher ADFC Duisburg, mit einer Kundgebung vor dem Bahnhof in Moers und führte u.a. nach Duisburg und Mülheim an der Ruhr. 

Bereits 2011 ist das Projekt RS1 gestartet worden und sollte eigentlich bis 2020 abgeschlossen sein. Inzwischen ist das Projekt RS1 weiter angewachsen und  soll nach Westen Moers mit Kamp-Lintfort verbinden. Nur gebaut wurde bisher sehr wenig. Zumindest in Duisburg soll es mit dem Bau nun losgehen und für die Verlängerung nach Westen liegt immerhin eine Machbarkeitsstudie vor. Die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 macht den Radfahrenden Hoffnung, dass beim Bau nun mehr Tempo rein kommt und der RS1 irgendwann mehr aus Radschnellweg und weniger aus Lücken besteht. 


Werde teil der RadVolution!

Die Verkehrspolitik hat schon lange einen Platten: Lärm, Abgase, verstopfte Straßen – und zu wenig Platz für Menschen und fürs Fahrrad. Straßenraum heißt in Deutschland vor allem Autoraum. Aber jetzt stellen wir die Weichen für die Zukunft: Das Fahrrad muss endlich ins Zentrum der Verkehrspolitik rücken, denn ohne Fahrrad können wir die Verkehrswende nicht schaffen. Wir brauchen mehr Platz und ein mutiges, neues Straßenverkehrsrecht. Keine faulen Kompromisse!

Viva la RADvolution!
Im Gesetz. Und auf der Straße.
Verkehrswende jetzt!

 

 

 

Und das muss passieren für die RadVolution!
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