
Klare Verkehrssituationen sorgen für mehr Verkehrssicherheit. Die im Bild gezeigte Situation erscheint nicht übersichtlich. © ADFC NRW
Dossier: Vision Zero - keine Toten und Schwerverletzten
Die Evidenz ist eindeutig: Verkehrssicherheit ist kein Zufall, sondern das Ergebnis gezielter politischer, planerischer und organisatorischer Entscheidungen. Dieses Dossier gibt einen Einblick in ausgewählte Daten und aktuelle Forschungsergebnisse.
Der Grundsatz der Vision Zero ist so simpel wie anspruchsvoll: Kein Mensch darf im Straßenverkehr getötet oder schwer verletzt werden. Was oft als utopisches Ideal missverstanden wird, ist in Wahrheit ein konkreter systemischer Ansatz, der die menschliche Fehlbarkeit ins Zentrum der Planung rückt. Infrastruktur, Gesetzgebung und Verwaltungshandeln müssen so gestaltet und organisiert sein, dass Unfälle gar nicht erst passieren.
Die Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung (diese regelt die Umsetzung der Straßenverkehrs-Ordnung und die Ausführung von Verkehrseinrichtungen durch die Straßenverkehrsbehörden und Straßenbaubehörden) greift den Ansatz auf und stellt in den ersten zwei Sätzen zu den Grundregeln fest:
„Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) regelt und lenkt den öffentlichen Verkehr. Oberstes Ziel ist dabei die Verkehrssicherheit. Hierbei ist die „Vision Zero“ (keine Verkehrsunfälle mit Todesfolge oder schweren Personenschäden) Grundlage aller verkehrlichen Maßnahmen.“
Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO)

Daten, Fakten und Handlungsbedarf
Trotz technischer Fortschritte bei der Fahrzeugsicherheit stagnieren die Unfallzahlen in vielen Bereichen, insbesondere bei ungeschützten Verkehrsteilnehmern die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Um eine echte Trendwende herbeizuführen, beleuchtet dieses Dossier die Faktenlage und die wirksamen Hebel:
- Unfallstatistik im Fokus: Eine nüchterne Analyse der aktuellen Zahlen zeigt die Entwicklung der Unfallzahlen in NRW, legt einen Schwerpunkt auf den Radverkehr und benennt die Gefahrenschwerpunkte.
- Geschwindigkeit als kritischer Faktor: Die Einführung von Tempolimits – insbesondere Tempo 30 innerorts und Tempo 70 außerorts – ist einer der effektivsten Hebel, um sowohl die Unfallwahrscheinlichkeit als auch die Schwere der Verletzungen massiv zu senken.
- Perspektivwechsel: Jahrzehntelang wurde die Planung und Organisation des Verkehrs von Auto gedacht. Wir zeigen auf, welche Folgen das heute hat und warum ein umlenken dringend notwendig ist.
- Politische Forderungen: Die Reform des Straßenverkehrsgesetzes hat zur Priorisierung von Sicherheit vor Leichtigkeit des Verkehrs geführt. Wir skizzieren, was das im Einzelnen für den Verkehr im Land und in den Kommunen bedeutet.
Vom Wissen zum Handeln
Die Evidenz ist eindeutig: Verkehrssicherheit ist kein Zufall, sondern das Ergebnis gezielter politischer, planerischer und organisatorischer Entscheidungen. Dieses Dossier gibt einen Einblick in ausgewählte aktuelle Forschungsergebnisse. Deutlich wird: Das Wissen und die Instrumente zum Erreichen der Vision Zero sind vorhanden; ihre Anwendung bleibt aber eine Frage der Priorisierung in Politik und Verwaltung.

